Die Aids Hilfe Wien hat heute ihre neue Aufklärungskampagne gestartet. Mit den auffälligen Motiven, die sich an den Schutzengel-Bildern in so manchem Schlafzimmer orientieren und diese aufs Korn nehmen. Denn nicht ein Schutzengel wacht über die Liebenden, sondern einzig und alleine ein Kondom.

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Der Papst mag ja anderer Ansicht sein, aber konsequenter Kondomgebrauch könnte in Österreich jährlich mehr als 350 neue HIV-Infektionen verhindern. Mit der Schutzengel-Kampagne, die ab Anfang April 2009 unter anderem auf Rolling Boards in Wien zu sehen sein wird, will die Aids Hilfe Wien auf die beste Möglichkeit sich vor HIV/AIDS zu schützen, aufmerksam machen.

Gemeinsam mit der Agentur PKP proximity wurde die neue Präventionskampagne der Aids Hilfe Wien entwickelt. Sie zeigen 2 Liebende, die sich gerade vergnügen und scheinbar darauf hoffen, der Schutzengel böte ausreichenden Schutz. Allerdings zeichnen die Fakten ein anderes Bild. So werden jedes Jahr rund 500 Neuinfektionen mit dem Immunschwächevirus HIV diagnostiziert. Die meisten Übertragungen (ca. 70%) erfolgen durch ungeschützten Sex. Das bedeutet fast drei Viertel der jährlichen HIV-Neuinfektionen ließen sich durch konsequenten und richtigen Gebrauch von Kondomen verhindern. ’Da das Wissen zu den Übertragungswegen von HIV in der Bevölkerung, wie wir aus diversen Umfragen wissen, gut ist, scheint es, dass sich viele auf ihren Schutzengel verlassen, anstatt selbst Vorsorge zu treffen und Kondome zu verwenden", meint Elke Schlitz, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien.

Das Sujet wurde von der Agentur PKP entwickelt und von Oliver Gast fotografiert. Malkasten machte die finale Bildbearbeitung. Alles zusammen mit einem beeindruckenden Ergebnis.

Wer diese Sujets in hoher Auflösung zur freien Verwendung herunterladen möchte, kann dies auf dem FTP-Server der Agentur PKP machen. (Username: schutzengel_schuetzt, Passwort: leider_nicht). Jeder Beitrag in einem Weblog hilft zur Verbreitung dieser so wichtigen Botschaft. Auch Bildschirmgründe sind auf dem Server vorhanden. Es gibt auch eine Facebook-Gruppe mit dem Namen: 'Das Einzige, das wirklich schützt'.

UPDATE: news.at hat das Thema auch aufgegriffen und zu einer Umfage aufgerufen. Nicht sehr verwunderlich, dass die Mehrheit das Sujet als obszön und reißerisch empfindet. Schade eigentlich - aber bloß nicht über Sex sprechen und schon gar nicht zeigen - so wird das nie was mit einer gescheiten Aufklärung und entsprechender Prävention.