Für unser Terrassenfest musste ein Dessert im Großformat her - und weil wir vor einiger Zeit bei Freunden eine tolle Pavlova serviert bekommen haben, wurde diese auch für unseren Anlass in die enge Wahl aufgenommen. Schon einmal habe ich eine fabriziert - die aber im 'Kleinformat' zu Richards Geburtstag. Das ganze im Backblechformat umzusetzen ist eine gewisse Herausforderung. Schon alleine das Wenden ist eine spannende Sache - hat aber gut geklappt. Dennoch musste ich 3 Merengue-Böden versuchen, bis ich die richtige Stärke und Konsistenz zusammen bekommen habe.

Die Grundmasse ist recht einfach. Auch wenn sich die Angaben aus diversen Quellen immer unterscheiden. Die einen geben etwas Stärke mit hinein (für die Stabilität), andere verwenden nur Eiweiß und Zucker (was beides aber zu eher trockenen Baisers führt, was nicht Jedermanns Sache ist !!) - bei vielen Angaben kommt dann noch etwas Essig oder/und Zitronensaft hinzu. Der Essig führt dazu, dass die Masse nie ganz 'austrocknet' und innen immer weich bleibt. Auch bringt er einen etwas eigenen (aber im positiven Sinn) Geschmack hinzu. Die Maisstärke wird am erst am Schluss auf die steife Eischneemasse gesiebt und dann vorsichtig eingerührt.

Die Masse muss im Rohr so 'gebacken' werden, dass die Außenhaut schön trocken und hart wird, das Innere aber dennoch weich bleibt. Das gelingt am besten, wenn man das Rohr auf 180°C vorheizt, dann die Masse großzügig auf ein Backpapier am Backblech aufstreicht (schön dick und wellig), die Temperatur im Rohr auf 150°C reduziert und die Masse dann eine gute Stunde 'bäckt'. Damit die Masse schön weiß bleibt, kann man nach rund 30 Minuten diese mit einem Backpapier lose abdecken. Am Ende der Backzeit den 'Tortenboden' im geöffneten und ausgeschalteten Rohr komplett auskühlen lassen.

Kurz vor dem Servieren wird der Tortenboden reichlich mit Schlagobers (unbedingt ungezuckert und sehr frisch) bestrichen und mit sauberen Obst belegen. Wir haben das alles in groß und zwei Schichten gemacht. Bananenscheiben, Passionsfrucht, Himbeeren und Zitronenzesten war bei uns die fruchtige Kombination (eine wunderbare Mischung) - aber auch Erdbeeren, Pfirsiche, Heidelbeeren und Pinienkerne sind zum Beispiel fein. Frisch servieren und genießen. Ein Dessert, das immer gut ankommt.

Hier die Zutaten:
Eiweiß von 6 Eiern
250 Gramm Feinzucker
2 Kaffeelöffel Maisstärke
2 Kaffeelöffel hellen Essig (weißer Balsamico oder Himbeeressig)

250ml Schlagobers (mindestens)
Frisches Obst zum Belegen

Wer das ganze auch in der Partyversion umsetzen will, braucht diese Masse mehrfach vervielfacht. Wir haben pro Boden 16 Eiklar verwendet!! Und damit auch die Kapazität der Küchenmaschine ziemlich ausgeschöpft. Hier muss man immer beachten, dass durch das Schlagen des Eiweiß dieses sich stark im Volumen ausdehnt. Der Zucker muss dann auch noch in die Masse hinein geschlagen werden (bis keine Kristalle mehr vorhanden sind und alles seidig glänzend und steif ist)

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Mehr geht nicht. Mit den 16 Eiklar haben wir unsere Kitchen Aid ganz schön ausgenutzt. Danach ist etwas putzen angesagt :-)
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Den Eischnee dick auf dem Backpapier verstreichen. Wichtig: bloß nicht zu exakt und zuweit zum Rand hin, da die Masse dann noch etwas aufgeht.
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Die Zitronenzesten noch klein hacken und auf die fertige Pavlova streuen. Sieht nicht nur fein aus sondern gibt auch eine raffinierte Geschmackskomponente hinzu.
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Voilà! PAVLOVA (für 20 Personen)
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Unsere Merengue Masse ist nicht ganz weiß, weil wir auch noch etwas Braunen Melasse Zucker und Ahornsirup hinzugefügt haben. Schmeckt fein - die klassische Pavlova ist aber reinweiß.