Der italienische Starfotograf Oliviero Toscani, der jahrelang umstrittene Werbekampagnen für Benetton gestaltet hat, sorgt wieder für Aufsehen. Der 63-Jährige entwarf für die Bekleidungsfirma RaRe eine Werbekampagne, in der Schwulen- und Lesbenpaare sich küssen und einen Kinderwagen schieben.

Für RaRe hatte Toscani bereits vor einigen Monaten eine Werbekampagne gestaltet, die Empörung ausgelöst hatte. Darin waren zwei Homosexuelle zu sehen, die scherzend auf einem Diwan liegen. Einer von ihnen greift lächelnd zum Schritt des anderen. Italiens Institut zur Werbungskontrolle hatte die Bilder verboten. (derstandard.at berichtete)

Es ist wirklich traurig, dass eine liberaler eingestellte Welt scheinbar eine reine Illusion ist. Wenn jetzt der eine oder andere österreichische Leser meint, dass Italien nicht mit Österreich vergleichbar ist, dann sollte man auch ins Kalkül ziehen, dass hierzulande noch immer keine Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften besteht.

Als kleiner Lichtblick sei anzumerken, dass sich die Gesellschaft zum Glück nur wenig um die öffentliche Haltung schert und die Moral oft nur zum Schein gewahrt wird. Der wunderbare und vielfach ausgezeichnete Film 'Brokeback Mountain', der von 2 schwulen Cowboys und deren Schwierigkeiten um Anerkennung in der Gesellschaft berichtet und damit viele Tabus eines erzprüden Amerikas bricht, ist ein schöner Beweis dafür.

Die Bilder von Toscani zeigen auch gar nichts verwerfliches - nur einfach ein Bild einer Gesellschaft, die es auch wirklich gibt. Und mit der die direkt betroffenen auch kaum ein Poblem haben. Weder die Nichten, Onkel, Mütter, Bekannten und Verwandten von offen lebenden Schwulen und Lesben. Von Bisexuellen noch gar nicht gesprochen - derer gibt es wesentlich mehr als man denkt - aber durch das 'Nicht-Festlegen' tun die sich heutzutage noch viel schwerer, einen festen und akzeptierten Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Schade eigentlich!

Zum Glück ist nicht alles so prüde, wie es uns die 'Officials' vormachen wollen!